Physiotherapie in Bonn · Schwerpunkt Schulter

Schulterschmerz: Wenn jeder Griff nach oben wehtut

Arm heben, Überkopfarbeiten, nachts auf der Schulter liegen – und es sticht? Die gute Nachricht: Ihre Schulter ist mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht beschädigt. Mit gezieltem Training und Ihrer aktiven Mitarbeit bekommen Sie die Schmerzen in den Griff.

Erster Termin meist in 2–3 Tagen Alle Kassen & Privat Orthopädische Manuelle Therapie (IFAMT®)

Beim Griff ins Regal zieht es in der Schulter, das Anziehen der Jacke wird zur Herausforderung, nachts wachen Sie auf, weil Sie auf der Schulter liegen – und bei Überkopfarbeiten oder beim Sport wird es richtig unangenehm? Dann könnte ein subakromiales Schmerzsyndrom dahinterstecken, früher meist „Impingement-Syndrom“ genannt. Die gute Nachricht: Ihre Schulter ist mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht beschädigt – und mit gezieltem Training und Ihrer aktiven Mitarbeit bekommen Sie die Schmerzen in den Griff.

Was ist das subakromiale Schmerzsyndrom?

Das subakromiale Schmerzsyndrom (SAPS) beschreibt Schmerzen im Bereich unter dem Schulterdach (Akromion) – dort, wo die Sehnen der Rotatorenmanschette und ein Schleimbeutel (Bursa) durch einen engen Raum zwischen Oberarmkopf und Schulterdach gleiten. Es ist eine der häufigsten Ursachen für Schulterschmerzen überhaupt und betrifft besonders oft Menschen mit Überkopftätigkeiten – im Sport (Werfen, Schwimmen, Tennis, Volleyball) wie im Beruf (Handwerk, Montage über Kopf) – sowie Menschen ab etwa dem 40. Lebensjahr.

Das Entscheidende vorweg

Beim subakromialen Schmerzsyndrom liegt in der Regel kein struktureller Schaden vor, der operiert werden müsste. Sehnen und Schleimbeutel sind meist gereizt, aber nicht „kaputt“ – und selbst wenn im MRT Veränderungen der Rotatorenmanschette sichtbar sind, finden sich diese ebenso häufig bei völlig beschwerdefreien Menschen. Der Schmerz entsteht vielmehr durch eine Überlastung: Die Belastung auf die Sehnen ist – vorübergehend – größer als ihre aktuelle Belastbarkeit.

Genau darin liegt auch die Lösung: Nicht die Schulter ist das Problem, sondern das Verhältnis von Belastung und Belastbarkeit. Und beides können wir gemeinsam verändern.

Typische Symptome

Woran erkennen Sie den subakromialen Schulterschmerz?

Schmerzen an der Außen- und Vorderseite der Schulter, die oft in den seitlichen Oberarm ausstrahlen

Schmerzen beim Armheben, vor allem im mittleren Bewegungsbereich – der sogenannte „schmerzhafte Bogen“ (etwa 60–120°)

Beschwerden bei Überkopfbewegungen: Haare kämmen, Wäsche aufhängen, in ein hohes Regal greifen

Nachtschmerz, besonders beim Liegen auf der betroffenen Schulter – nicht selten wachen Betroffene davon auf

Schmerzen beim Griff hinter den Rücken, etwa beim Schließen des BHs oder beim Griff in die Gesäßtasche

Ein Kraft- oder Schwächegefühl beim Heben und Tragen – meist schmerzbedingt

Die Beschwerden beginnen oft schleichend – nicht selten nach einer ungewohnten Belastung: viel über Kopf gearbeitet, die Wohnung gestrichen, ein neues Krafttraining begonnen oder die Trainingsumfänge im Überkopfsport zu schnell gesteigert.

Die Ursache verstehen

Ein Puzzle aus mehreren Teilen

Warum geraten die Sehnen unter dem Schulterdach an ihre Grenze? Selten gibt es die eine Ursache – meist kommen mehrere Faktoren zusammen:

Zu schnelle Belastungssteigerung: mehr Wiederholungen, mehr Gewicht, mehr Überkopfarbeit oder Würfe – schneller, als sich das Gewebe anpassen kann

Kraftdefizite: vor allem der Rotatorenmanschette und der schulterblattstabilisierenden Muskulatur. Fehlt dieses Fundament, wird der enge Raum unter dem Schulterdach bei Belastung ungünstig beansprucht

Veränderte Bewegungskontrolle: Wie Schulterblatt und Oberarm bei Überkopfbewegungen zusammenspielen (Skapuladyskinesie), beeinflusst die Belastung der Sehnen erheblich

Beweglichkeitsdefizite: eine steife Brustwirbelsäule oder eine eingeschränkte Schulterbeweglichkeit – die Schulter muss dann kompensieren, was sie zusätzlich belastet

Rahmenbedingungen: Schlaf, Stress und Erholung beeinflussen, wie belastbar Ihr Gewebe ist – und wie empfindlich Ihr Schmerzsystem reagiert

Darum schauen wir in unserer Praxis genauer hin – auf die Schulter, aber eben nicht nur. Ihre Therapie beginnt mit einer ausführlichen Anamnese und Funktionsuntersuchung: Schultergelenk, Schulterblattführung, Brustwirbelsäule und Nacken, Kraft, Bewegungskontrolle, Ihre Trainings- und Alltagsbelastung. Wir arbeiten nach dem biopsychosozialen Modell, das alle Faktoren berücksichtigt, die zu Ihren Beschwerden beitragen. Die Ursache zu kennen, ist für die meisten Menschen sehr erlösend – denn dann gibt es endlich eine Perspektive.

Unsere Behandlung

Behandlung des Schulterschmerzes in unserer Praxis in Bonn

Die Schulter gehört neben Knie und Wirbelsäule zu unseren Spezialgebieten. Die wirksamste Behandlung des subakromialen Schmerzsyndroms ist wissenschaftlich klar belegt: aktives, gezieltes Training – ergänzt durch Manuelle Therapie und ein kluges Belastungsmanagement. So sieht das bei uns aus:

Manuelle Therapie der Schulter in der Praxis Orthós Bonn
01

Belastungsmanagement statt Schonung

Sie müssen die Schulter nicht ruhigstellen – Sie müssen klug dosieren. Gemeinsam analysieren wir Ihre aktuelle Belastung und finden das Maß, das Ihre Schulter im Moment gut verträgt. Von dort aus steigern wir schrittweise. Ein leichter, schnell abklingender Schmerz ist dabei erlaubt – er ist ein Feedbacksignal, kein Alarmsignal.

Wichtigster Baustein
02

Aktive Übungstherapie

Ihre aktive Mitarbeit ist der Kern der Behandlung. Gemeinsam erarbeiten wir ein Übungsprogramm, das die entscheidenden Muskelgruppen kräftigt: die Rotatorenmanschette, die den Oberarmkopf zentriert, und – mindestens genauso wichtig – die schulterblattstabilisierende Muskulatur, die Ihrem Arm ein stabiles Fundament gibt. Dazu kommt das Training Ihrer Bewegungskontrolle: das saubere Zusammenspiel von Schulterblatt und Arm bei Überkopfbewegungen. Neben den Behandlungen in unserer Praxis stellen wir Ihnen Übungspläne für zu Hause bereit – eine Auswahl finden Sie schon jetzt auf unserer Seite mit Übungen für bessere Beweglichkeit.

03

Orthopädische Manuelle Therapie

Mit gezielten Techniken nach dem Konzept der Orthopädischen Manuellen Therapie (IFAMT®) behandeln wir Funktionsstörungen, die die Schulter belasten: Wir mobilisieren das Schultergelenk, die Brustwirbelsäule und den Nacken, lösen muskuläre Spannungen und schaffen so die Voraussetzungen dafür, dass Ihr Training wirken kann.

04

Medizinische Trainingstherapie

In unserem modernen Trainingsbereich mit Rehabilitations- und Ausdauergeräten bauen wir Ihre Belastbarkeit systematisch auf – mit messbaren Fortschritten und einem Plan, der zu Ihrem Sport und Alltag passt. Für Sportlerinnen und Sportler mit Überkopfbelastung gehört dazu auch der Blick auf Trainingsaufbau, Wurf- bzw. Schlagtechnik und Wettkampfbelastung.

05

Schmerzedukation

Wir erklären Ihnen verständlich, was in Ihrer Schulter passiert – und vor allem, was nicht. Wer weiß, dass kein Schaden vorliegt und Bewegung nicht gefährlich ist, traut sich wieder zu belasten. Denn dauerhafte Schonung ist beim Schulterschmerz der falsche Weg: Sie senkt die Belastbarkeit weiter – und führt zusätzlich zu Steifigkeit.

Was ist mit Spritzen, Bandagen und Tapes?

Cortison-Spritzen, Tapes oder Schulterbandagen können in bestimmten Fällen kurzfristig Erleichterung bringen und den Einstieg ins Training unterstützen. Sie ersetzen aber nicht den entscheidenden Wirkfaktor: den Aufbau von Kraft und Belastbarkeit. Studien zeigen, dass Cortison-Spritzen langfristig keinen Vorteil gegenüber aktivem Training bieten. Wir setzen solche Hilfsmittel deshalb gezielt und vorübergehend ein – als Unterstützung Ihres aktiven Wegs, nicht als Dauerlösung. Eine Operation (etwa eine Akromioplastik) ist beim subakromialen Schmerzsyndrom nur in seltenen Ausnahmefällen ein Thema – aktuelle Studien konnten keinen Vorteil gegenüber einem strukturierten Trainingsprogramm zeigen.

Selbst aktiv werden

Drei Dinge, die Sie heute schon tun können

1

Reduzieren Sie die Belastung – aber streichen Sie sie nicht.

Verringern Sie vorübergehend das, was deutlich schmerzt (z. B. Überkopfarbeiten, schweres Heben, Wurf- und Schlagbewegungen), und bleiben Sie mit allem aktiv, was gut geht.

2

Beginnen Sie mit einfachen Kräftigungsübungen

im schmerzarmen Bereich, zum Beispiel Außenrotation mit einem Theraband dicht am Körper oder das sanfte Ansteuern der Schulterblattmuskulatur.

3

Achten Sie auf Ihre Schlafposition.

Vermeiden Sie es, direkt auf der schmerzhaften Schulter zu liegen; ein Kissen unter dem Arm oder im Rücken macht die Nacht oft deutlich angenehmer.

!

Bitte beachten Sie: Dieser Artikel ersetzt keine individuelle Untersuchung. Bei anhaltenden Schulterschmerzen, nach einem Sturz oder Unfall, bei plötzlichem Kraftverlust oder einer akuten Bewegungssperre lassen Sie die Ursache bitte ärztlich oder physiotherapeutisch abklären.

FAQ

Häufige Fragen zum Schulterschmerz

Ist meine Schulter kaputt, wenn sie schmerzt?+

In den allermeisten Fällen: nein. Das subakromiale Schmerzsyndrom ist ein Überlastungsproblem, kein Strukturschaden. Sehnen und Schleimbeutel sind meist gereizt, aber nicht „kaputt“ – und selbst sichtbare Veränderungen im MRT finden sich ebenso häufig bei beschwerdefreien Menschen. Der Schmerz entsteht, weil die Belastung aktuell größer ist als die Belastbarkeit.

Darf ich mit Schulterschmerz weiter Sport machen?+

Meist ja – mit angepasster Dosierung. Ein völliges Sportverbot ist selten sinnvoll und oft sogar kontraproduktiv. Gemeinsam finden wir heraus, welche Belastung Ihre Schulter im Moment verträgt und wie wir sie schrittweise steigern – gerade bei Überkopf-, Wurf- und Schlagsportarten.

Wie lange dauert die Behandlung?+

Das ist individuell verschieden. Da der Aufbau von Kraft und Belastbarkeit Zeit braucht, sollten Sie mit mehreren Wochen bis einigen Monaten konsequenten Trainings rechnen. Viele spüren aber schon nach wenigen Wochen eine deutliche Besserung.

Brauche ich ein Rezept für die Behandlung?+

Nein, nicht zwingend. Als Privatpatient oder Selbstzahler können Sie direkt einen Termin bei uns vereinbaren. Mit einer ärztlichen Verordnung (Rezept) behandeln wir Sie ebenso – unsere Praxis ist für alle gesetzlichen Krankenkassen zugelassen.

Wie schnell bekomme ich einen Termin?+

Uns ist wichtig, dass Sie Ihre Behandlung zügig beginnen können. Einen ersten Termin ermöglichen wir neuen Patienten meist innerhalb von zwei bis drei Tagen.

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Schulterschmerz bremst Sie beim Sport, bei der Arbeit oder im Schlaf aus? Wir bringen Belastung und Belastbarkeit wieder ins Gleichgewicht – damit Sie so bald wie möglich Ihren aktiven Alltag zurückgewinnen. Sie finden uns im Herzen von Bonn zwischen Musikerviertel und Hauptbahnhof, in der Meckenheimer Allee 67.

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